Aufbau

Die Bestandteile einer Kugelumlaufmutter sind

  • das eigentliche Mutterngehäuse (im Bild oben),
  • 2 Dichtungen, je am Anfang und Ende der Mutter (im Bild ein Exemplar oben rechts)
  • hier 4 Kugelumlenkungen (zu sehen unterhalb des Mutterngehäuses)
  • die Kugeln (Mitte unten)
  • (die Gewindespindel im Bild links)

Kugelumlaufmuttern gibt es sehr weit verbreitet mit 3 oder 4 Kugelumläufen. Im Bild links ist eine Mutter mit 3 Umläufen, rechts eine mit 4 Umläufen zu sehen. Je mehr Umläufe eine Mutter hat, umso belastbarer ist sie.

Die Funktionsweise ist sehr simpel: Die Kugelumlenkungen in den Muttern führen die Kugeln nach jedem Umlauf wieder in den Ausgangsgewindegang zurück. Die einzelnen Umläufe sind voneinander unabhängig.

Pflege / Wartung

Die Wartung und Pflege ist sehr ähnlich zur Pflege von Linearwagen:

  • (vor Schmutz schützen)
  • regelmäßig fetten
  • gelegentlich säubern
  • bei Bedarf zerlegen und reinigen

Alle Teile der Mutter lassen sich sehr gut in einem Ultraschall-Wasserbad unter Beigabe von etwas Spülmittel in wenigen Minuten reinigen.

Montage / Demontage

Bei der Demontage ist unbedingt darauf zu achten, dass parallel zum Abdrehen von der Spindel eine passende Hülse in die Kugelumlaufmutter eingeschoben wird. Andernfalls fallen hier die Kugeln schnell unkontrolliert aus der Mutter. Idealerweise wird diese Tätigkeit daher grundsätzlich über einem ausgebreiteten Handtuch ausgeführt, welches ein  „wegspringen“ herausgefallener Kugeln verhindert.

Die Montage ist wiederum simpel, erfordert aber etwas Geduld und ein ruhiges Händchen:

  1. Kugelumlenkungen wieder in die Mutter einsetzen
  2. Kugeln gleichmäßig in die Gewindegänge einlegen nachdem sie vorher mit etwas Fett eingeschmiert wurden. Durch das Fett halten die Kugeln von selbst in den Gewindegängen und fallen nicht sofort wieder heraus. Auch hier gilt wie bei Linearwagen: Pro Kugelumlauf bleibt der Platz für ca 1 Kugel frei. Eine gebogene (nichtmagnetische) Pinzette erleichtert das Einsetzen zusätzlich.
  3. Sobald alle Gänge gefüllt sind, die Hülse wieder vorsichtig in die Mutter einschieben.
  4. Kugelumlaufmutter samt eingesetzter Hülse an das Spindelende halten und vorsichtig die Mutter wieder auf die Spindel aufdrehen. Das Aufdrehen muss widerstandsfrei und ohne Hakeln erfolgen. Blockiert die Mutter, ist eine Kugel in der Mutter verrutscht (= „zurück auf los“).

Ersatzhülse

Sollte keine Hülse mitgeliefert worden sein, kann schnell und einfach selbst eine hergestellt werden: Einfach Zeitungspapier mithilfe eines idealerweise runden Gegenstands (Stift, Rundholz) aufrollen und das Ende mit einem Klebestift fixieren. Ein Durchmesser der Hülse von ca 12,5mm ist ausreichend.

Bei 12mm Spindelenden lässt sich die mitgelieferte Hülse nicht bis zum Gewindeanfang auf das Spindelende schieben und die Mutter kann folglich nicht sicher von der Spindel abgedreht werden. Dieses Problem ist ebenfalls mit einfachen Mitteln zu lösen: Eine Hülse durch Umwickeln des Spindelendes mit Zeitungspapier herstellen. Die Mutter abdrehen und samt Papierhülse vom Spindelende abziehen.