Das Ausrichten einer Führung bedarf immer einer Referenz. Diese ist im Hobbybereich meist nicht zuverlässig gegeben, so dass nur die „bestmögliche & verfügbare“ Referenz herangezogen werden kann. Dies ist üblicherweise eine Fläche des Aluprofilse selbst, an dem die Linearführung montiert werden soll. Das Montieren & Ausrichten einer Linearführung ist mit dem hier beschriebenen Verfahren mit etwas Übung zügig und zuverlässig durchführbar.

Hinweis: Das hier beschriebene Verfahren entspricht nicht den Montagevorschriften der jew. Hersteller. Das im folgenden beschriebene Verfahren beruht ausschließlich auf persönlicher Erfahrung und hat sich bei zahlreichen Fräsen im Hobbybereich als praktikabel bewährt. 

Schritt 1: Ausrichten der Führung auf der Nut / zur Referenz

Zuerst wird die Linearführung mit einem Messschieber zur Referenzfläche/-kante mitt über der zu montierenden Nut ausgerichtet und mit 2 Schrauben (1&2, siehe Bild) fixiert. Anschließend einen Linearwagen auf die Führung schieben und „zwischen“ den beiden angezogenen Schrauben positionieren. Auf diesem Linearwagen eine Messuhr mit Stativ anbringen und an der Referenzfläche/-kante abnullen“.

Schritt 2 (wiederholend)

Die Ausrichtung erfolgt nun schrittweise (Schraube für Schraube) von der Mitte zu beiden Enden der Linearführung: Den Linearwagen mittig über die benachbarte Schraube 3 fahren. Durch drücken / ziehen am Ende der Linearführung die Führung so ausrichten, dass die Messuhr wieder „0“ anzeigt. Durch Anziehen von Schraube 4 diese Position vorläufig fixieren.

Nun den Linearwagen zurückschieben und Schraube 3 anziehen, sowie Schraube 4 erneut lösen. Dieses Verfahren wird jetzt mit allen Schrauben zu beiden Seiten wiederholt bis die komplette Führung ausgerichtet ist. Siehe auch folgendes Bild: Wagen über Schraube 4 positionieren, Führung ausrichten und mit Schraube 5 vorläufig fixieren…usw.

Schritt 3: Kontrolle und Endausrichtung

Zum Schluss  die gesamte Führung mit der Messuhr kontrollieren Abweichungen werden immer vom letzten noch ausgerichteten Montagepunkt ausgehend zum nächsten Ende der Linearführung korrigiert – immer von „innen nach außen“. D.h. alle Schrauben bis hin zu der Position mit der Abweichung lösen und Schritt 2 erneut wiederholen. Häufig besteht nach dem ersten Ausrichtvorgang eine kleine Abweichung bei Schraube 1 & 2 – hier können der Einfachheit halber die benachbarten 1-2 Schrauben gelöst und die Schiene mithilfe einer „Drückvorrichtung“ (Schraubzwinge o.ä.) ausgerichtet werden. Die Kraft dabei nur auf die Führung ausüben, nicht auf den aufgesetzten Linearwagen. Um Spannungen in der Führung die während der Ausrichtung aufgetreten sein können, zu lösen, alle Schrauben einmal einzeln kurz leicht(!) lockern und erneut anziehen – gilt nicht für die ersten / letzten Schrauben, die das Führungsende fixieren.

Mit ausreichend Sorgfalt lässt sich so eine Abweichung zur Referenz von +- 0,02mm erreichen.